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Präha Gruppe: Ausbildung und Fortbildung in Therapie, Rehabilitation, Prävention, Wellness, Fitness

 

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Veröffentlichungen

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Die Unterrichtsmethode Problemorientiertes Lernen (POL) in der Physiotherapieausbildung

am Lehrinstitut für Physiotherapie
Lehrinstitut für Physiotherapie

Die Unterrichtsmethode Problemorientiertes Lernen (POL) in der Physiotherapieausbildung

Ausführliche Online-Informationen zur Unterrichtsmethode Problemorientiertes Lernen (POL) in der Physiotherapieausbildung liegen auch vor

in Englisch unter www.praeha-pbl.com

sowie in Polnisch unter www.praeha-pbl.com/pl.

 

Vorwort von Petra Witt, Geschäftsführerin der Präha Gruppe

Das Präha Bildungszentrum Horrem für Heilhilfsberufe in Kerpen bietet seit dem Herbst 2002 eine Doppelqualifikation für Physiotherapeuten an. Dabei wird die deutsche Berufsfachschulausbildung zum "Staatlich geprüften Physiotherapeuten" kombiniert mit einem niederländischen Hochschulstudium zum "Bachelor of Physiotherapy, NL". Das Besondere dabei: Der niederländische Kooperationspartner, die Hogeschool Zuyd in Heerlen, erkennt die dreijährige deutsche Ausbildung voll an, so dass nur ein weiteres Studienjahr nötig ist, um den Bachelor-Abschluss zu erwerben. Darüber hinaus kann innerhalb von weiteren anderthalb Jahren sogar noch der Mastertitel erworben werden.

Um diese Koppelung herstellen zu können, war es erforderlich, das niederländische und das deutsche Ausbildungskonzept auf gemeinsame Bestandteile zu prüfen und dafür zu sorgen, dass die Inhalte sowohl den deutschen als auch den niederländischen Anforderungen entsprechen.

Als Unterrichtsmethode wird das in den Niederlanden gängige Prinzip des Problemorientierten Lernens (POL) eingesetzt, das bedeutet selbstbestimmtes und entdeckendes Lernen, handlungsorientierter Unterricht, fächerübergreifendes Lernen und Selbstevaluation. Hier lernen die Studierenden, ein Thema oder eine Frage zu analysieren, nach Literatur zu recherchieren, diese auszuwerten und schließlich Lösungen zu vergleichen, auszuwählen und umzusetzen. Dabei nimmt der Dozent die Rolle eines Tutors ein. Von den Studierenden wird mehr Initiative und damit mehr selbstgesteuertes Lernen erwartet. Die praktischen Trainingseinheiten mit den physiotherapeutischen Techniken orientieren sich unmittelbar am Thema des von den Dozenten erteilten theoretischen Unterrichts. So ist diese Art der Ausbildung zugleich eine Vorbereitung auf die spätere Berufstätigkeit, wo häufig Probleme selbstständig gelöst werden müssen und in Gruppen zusammengearbeitet wird.

 

Problemorientiertes Lernen (POL) in der Physiotherapieausbildung

Konkrete berufliche Situationen verlangen professionelles Handeln. Genau dies berücksichtigt die Unterrichtsmethode des Problemorientierten Lernens (POL). Das zentrale Merkmal dieses neuen pädagogischen Ansatzes besteht darin, dass reale und komplexe Problemstellungen aus dem beruflichen Alltag den Ausgangspunkt des Lernens bilden. Der gesamte Lernstoff der Physiotherapieausbildung wird problemorientiert und damit praxisnah außerhalb von traditionellen Unterrichtsfächern, d.h. stets fächerübergreifend, in praxisnahen Fallstudien von den Studierenden erarbeitet.

 

POL - Ausbildungsaufbau

Die Ausbildung ist nicht nach Fächern organisiert, sondern nach Themen. Studierende lernen nicht fach- sondern problem-(fall-)bezogen. Anhand detailliert ausgearbeiteter Blockbücher besprechen sie unter Anleitung eines Dozenten das Fallbeispiel und formulieren ihre Lern- und Fähigkeitsziele. Diese Lern- und Fähigkeitsziele werden, wiederum unter Anleitung von Dozenten, ausgearbeitet und bewertet.

Die dreijährige Ausbildung umfasst 18 Themenblöcke. Jeder Block besteht aus einem Dozentenleitfaden, einem Blockbuch, einem Arbeitsheft Praxis und einem Reader mit Literatur- / Textsammlung. Die Bearbeitungszeit jedes dieser Blöcke beträgt 5 Wochen. Innerhalb dieses Zeitraumes erarbeiten die Studierenden zwei mal pro Woche die Theorie in Unterrichtsgruppen und vier mal pro Woche die Praxis in Arbeitsgruppen. Nach Abschluss eines erteilten Blockes wird dieser vom Dozententeam evaluiert und überarbeitet. Insgesamt erhalten und gestalten die Studierenden 3000 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht und 1600 Stunden Praktikum in Kliniken.

Kennzeichnend für das Problemorientierte Lernen ist der weitgehend durch die Studierenden selbstgesteuerte Lernprozess in der Unterrichtsgruppe. Die Organisation und Gestaltung des Lernprozesses obliegt also den Studierenden. Diese Unterrichtsmethode zieht eine Rollenveränderung nach sich: der ehemals "konsumierende" Studierende wird abwechselnd zum aktiven Diskussionsteilnehmer, Protokollführer oder Vorsitzenden einer Gruppe. Aufgabe des Vorsitzenden ist die Moderation der Gruppengespräche sowie die Strukturierung der Gruppenarbeit.

Hervorzuheben ist, dass der Vorsitzende nicht mehr Fachverantwortung als alle anderen Teilnehmer trägt. Der Protokollführer hat dafür Sorge zu tragen, dass im Protokoll alle Beiträge der Gruppenmitglieder festgehalten werden und alle Informationen aus den verschiedenen Phasen der sog. 7-Sprung-Methode dokumentiert sind. Der Vorsitzende und Protokollführer werden in jeder Unterrichtsgruppenstunde neu bestimmt. Begleitet wird die Gruppe von einem Tutor/Dozent, der fachlich sowie methodisch unterstützt und gleichzeitig motivierend wirkt. Die Studierenden lernen während ihrer Ausbildung, ein Thema oder eine Frage zu analysieren, zu recherchieren, zu diskutieren, auszuwerten, Lösungen zu vergleichen, auszuwählen und schließlich umzusetzen.

Vorlesungen und selbstständiges Studieren gehören ebenfalls zum Studienprogramm einer jeden Blockbearbeitung. Die Kontrolle und die Bewertung des erarbeiteten Wissens erfolgt durch eine Blockabschlussprüfung.

Parallel zum theoretischen Unterricht findet praktischer Unterricht statt, in dem die physiotherapeutischen Behandlungstechniken vermittelt werden. Diese praktischen Trainingseinheiten orientieren sich unmittelbar am Thema der Unterrichtsgruppe. So ist diese Art der Ausbildung zugleich eine Vorbereitung auf die spätere Berufstätigkeit, wo häufig Probleme selbstständig gelöst werden müssen und in Gruppen interdisziplinär zusammengearbeitet wird. Vorteil dieser fallbezogenen Unterrichtsmethodik ist, dass die Studierenden das Gelernte besser behalten und anwenden können.

 

POL - Unterrichtsdurchführung:
Methodik des 7-Sprunges in der Unterrichtsgruppe

Eine authentische und komplexe schriftliche Problemstellung ist Ausgangspunkt einer jeden Unterrichtsaktivität. In Gruppenarbeit wird der Text von den Studierenden erläutert. Begriffe werden von ihnen erklärt. Anschließend bestimmen die Studierenden die Art der Aufgabe und definieren das Problem. Danach analysieren die Studierenden das Problem und erarbeiten gemeinsam Lösungsvorschläge. Im nächsten Schritt überprüfen die Studierenden die Ergebnisse und formulieren Lernziele. An diesem Punkt ist die Gruppenarbeit zunächst beendet und jeder Studierende betreibt nun selbstständig oder in Kleingruppenarbeit Recherchen, um die formulierten Lernziele zu erreichen. Dazu steht die Medienlandschaft mit Computern mit Internetzugang, Online-Fachzeitschriften, Bücher, CD´s, Videos und anatomischen Modellen zur Verfügung. Bei dem nächsten Treffen der Unterrichtsgruppe tragen die Studierenden die Ergebnisse ihrer Arbeit zusammen, erarbeiten eine Synthese, überprüfen die neuen Informationen und die evaluieren sie. Diese hier beschriebene Unterrichtsdurchführung wird auch Methodik des 7-Sprunges genannt.

 

Problemorientiertes Lernen - die neue Lehr- und Lernkultur bedingt einen Rollenwandel bei Dozenten und Studierenden

In einer problemorientierten Lernumgebung findet eine Rollenveränderung vom Schüler zum Studierenden statt. Der im herkömmlichen theoretischen Unterricht konsumierende und passive Schüler wird als Studierender in der veränderten, neuen Lernumgebung gefordert selbstständig, eigenverantwortlich, selbstreflektierend, kommunikativ und teamfähig zu agieren. Als Lernerfolg stellt sich ein stärker anwendungsfähiges Wissen ein. Die Motivation, das Interesse und die Lernfreude der Studierenden ist höher als bei der herkömmlichen Unterrichtsmethode. Dies bestätigen uns unsere Studierenden, die an dieser Ausbildung teilnehmen.

Aber auch bei den Dozenten findet ein Rollenwandel vom Lehrer zum Tutor, vom Spezialisten zum Generalisten statt. Sie nehmen vielfältige professionelle Aufgaben wahr: Sie erklären und strukturieren, ohne die Studierenden ständig zu kontrollieren, sie geben Impulse, unterstützen und beraten, ohne die Studierenden sich selbst zu überlassen. Die Studierenden erleben die Tutoren als kompetente Lernberater, Coach und Problemlöser.

Eine problemorientierte Lernumgebung bedingt außerdem vernetztes Arbeiten innerhalb des Tutorenteams. Verantwortlich für jeden der 20 Unterrichtsblöcke ist ein Team von drei Tutoren, von denen einer den Vorsitz inne hat. Dies bedeutet, dass die gesamte Blockbearbeitung im Team organisiert, Arbeitsaufgaben verteilt, die Tutorenarbeit besprochen, auftretende Probleme gelöst und die Arbeit der Unterrichtsgruppe gemeinsam evaluiert werden muss. Außerdem erfolgt eine Feinabsprache mit den Tutorenteams der vor- und nachgelagerten Blöcke. Hier wird ersichtlich, wie anspruchsvoll die Tätigkeit der Tutoren innerhalb des problemorientierten Lernens ist.

 

Vorteile des Problemorientierten Lernens

In der heutigen Wissensgesellschaft brauchen unsere Ausbildungsstätten mehr als nur hoch qualifizierte Lehrer und eine gute technische Ausstattung . Sie brauchen eine Lernkultur, die auf dem Gedanken des lebenslangen Lernen basiert.

Lebenslanges Lernen bedeutet auf den Einzelnen bezogen, Eigeninitiative gepaart mit Motivation sowie selbstgesteuertes und kooperatives Lernen. Problemorientiertes Lernen vereinbart in hohem Maße die Kriterien des lebenslangen Lernen. Diese Lernkultur trägt ebenso zum Erwerb flexibel nutzbaren Wissens, zur Entwicklung fächerüberschreitender Kompetenzen sowie einer besseren Problemlösefähigkeit bei. Soziale Kompetenz und Teamfähigkeit sind weitere Schlüsselqualifikationen die die Studierenden schon während ihrer Ausbildung erwerben.

 

 

 

Ausbildungsgang zum/r staatlich geprüfte/r Physiotherapeut/in mit der Möglichkeit zum Bachelor of Physiotherapy, NL

Die Hogeschool Zuyd in Heerlen hat 1998 ein neues Unterrichtssystem für die Ausbildung zum Physiotherapeuten - Problemorientiertes Lernen (POL) - eingeführt. In einer Kooperation realisieren das Lehrinstitut für Physiotherapie, Kerpen (bei Köln) und die Hogeschool Zuyd, Heerlen (bei Aachen) unter Zugrundelegung dieses Unterrichtssystems eine gemeinsame Ausbildung mit Doppelqualifikation:

  • in drei Jahren zum/r Physiotherapeuten/in nach der deutschen Gesetzgebung (MPhG) zum/r Staatlich geprüfte/r Physiotherapeut/in auszubilden und

  • in einem zusätzlichen vierten Jahr dieselben Studierenden zum/r Physiotherapeuten/in nach der niederländischen Gesetzgebung zum Bachelor of Physiotherapy, NL auszubilden.

Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt in den ersten drei Jahren in Kerpen, das vierte Jahr erfolgt in Heerlen.

Während der dreijährigen Ausbildung zum Physiotherapeuten an der Präha, Lehrinstitut für Physiotherapie in Kerpen können die Studierenden auf eigenen Wunsch ohne zusätzliche Gebühren als Studenten der Fachhochschule in Heerlen, Niederlande, eingeschrieben sein. Dieses ist erforderlich, wenn nach dem deutschen Staatexamen zum Physiotherapeuten noch der niederländische Fachhochschulabschluss zum Bachelor of Physiotherapy, NL in einem weiteren Studienjahr erworben werden soll. Für dieses zusätzliche Jahr in Heerlen fallen dann eigene Studiengebühren an.

 

Berufsfelder für Bachelor of Physiotherapy, NL

Neben den ambulanten Praxen, Sport- und Rehabilitationseinrichtungen, den Kliniken sowie den Ausbildungsstätten, in denen Physiotherapeuten heute arbeiten, eröffnen sich dem Bachelor of Physiotherapy, NL vermehrt Chancen vor allem in Bezug auf eine leitende Tätigkeit und/oder wissenschaftliches Arbeiten in den genannten Einsatzbereichen. Gehobene Tätigkeiten in Berufsverbänden, Krankenkassen und der Industrie sind weitere Perspektiven der Berufstätigkeit. Nur dieser Abschluss ermöglicht es Physiotherapeuten, auch international tätig zu sein.

 

Kontakt:

Lehrinstitut für Physiotherapie
Rathausstr. 20-22
50169 Kerpen
Telefon: +49 (0) 22 73 / 9 32 50
Telefax: +49 (0) 22 73 / 9 32 59
Email: info@lehrinstitut-fuer-physiotherapie.de
Internet: www.lehrinstitut-fuer-physiotherapie.de
Faculteit Gezondheidszorg Heerlen
Nieuw Eyckholt 300, 6419 DJ Heerlen
Postbus 550, 6400 AN Heerlen
Telefon: +31 (0) 45 400 60 60
Telefax: +31 (0) 45 400 60 69
Email: info@hszuyd.nl
Internet: www.hszuyd.nl

 

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